Reisen auf Frachtschiffen haftet immer noch und zu Recht die Aura des Abenteuerlichen an. Erwartet den Touristen hier eben nicht das Rundum-sorglos-Paket einer klassischen Kreuzfahrt. Kein Captain’s Dinner also. Keine Animation, kein Showprogramm. Keine durchorganisierten Landgänge. Keine tägliche Kammerreinigung. Keine 5-Gänge-Menüs. Kein minutiöser Fahrplan. Kein - was weiß ich.
Dafür bieten Frachtschiffreisen Seefahrt pur. Wir befinden uns auf einem Arbeitsschiff, quasi als Teil der Crew. Die machen nämlich so weiter wie immer und lasen sich nicht stören. Man kann nicht schlafen, wenn auf den Terminals die Container verladen werden. Später dann wiegt einen das Brummen der schweren Schiffsmotoren in tiefen Schlaf. Und dann dieses stundenlange Gucken. Einfach nur Gucken und das Meer an sich vorbeiziehen lassen. Oder im Packeis stecken bleiben und in der unendlichen Weite und Stille auf den Eisbrecher warten. Mit einem Binnenschiff im Morgennebel sanft einen Fluss entlang gleiten. Enge Fjorde und Schären durchkreuzen. Mit Matrosen und Offizieren aus aller Welt Gedanken austauschen. Die moderne globalisierte Welt der Containerlogistik hautnah erleben. Eine fremde Welt kennen lernen. Urlaub! Jawohl, das ist Urlaub pur.
Dieses Buch beschreibt fünf sehr unterschiedliche Reisen auf Frachtschiffen, die jeder unternehmen kann. Wir bereisen die Nord- und Ostsee und wagen uns nicht auf die Weltmeere. Wir steigen sogar auf ein Binnenschiff. Und wir zittern kurz vorm Nördlichen Polarkreis vor Kälte. Kleine Abenteuer „vor der Haustür“ also, denn keine Reise dauerte länger als zehn Tage.
Über 70 Millionen Reisen buchten die Deutschen 2011 bei Veranstaltern. Über 1,5 Million davon waren Seereisen auf Kreuzfahrtschiffen. Nur ein Häuflein von etwa 5.000 „Wagemutigen“ begab sich auf eine Frachtschiffreise. Vielleicht trägt diese Sammlung von Reportagen dazu bei, dass es mehr werden. In Interviews mit einem der größten Spezial-Reisevermittler, einem Kapitän und einem Geographen, der das Phänomen „Frachtschiffreise“ wissenschaftlich erforscht hat, werden Hintergründe dieser touristischen Nische ausgeleuchtet. Als kleine Hilfen für Interessierte dienen eine Liste der auf Frachtschiffreisen spezialisierten Agenturen, ein „Frachtschiffreise ABC“ und eine Literatur-Liste. Wer nicht selbst auf ein Schiff möchte, kann dies auch bequem am Computer in der warmen Stube tun: maritime Online-Dienste wie Vesseltracker & Co. machen’s möglich. Ein Feature hierzu rundet den Serviceteil ab.
Für die ewig Seekranken begleiten wir Fred ganz ohne Schaukeln auf seiner Reise auf vielen Schiffen rund um die Welt – im Internet. Und für alle Nostalgiker schließlich eine „Bonus“-Reportage über die Fahrt des legendären Feuerschiffs „Elbe 1“ nach Helgoland sowie eine Übersicht zu den noch erhaltenen und zu besichtigenden Museums-Frachtern in Deutschland.
| Leserbewertungen (1 Eintrag) |
| Macht Lust auf Meer 5. Dez. 2011 |
|
von Gerhard Rose
Lebendig und informativ geschrieben, wie man es sich von einer guten Reportage wünscht. Flotter Schreibstil verbindet Wissenswertes über Schiffe, Seefahrt und Logistik mit den Menschen, die das alles ermöglichen, die mit und für die Seefahrt leben. Man spürt die Begeisterung des Autors für dieses Metier.
Sehr nützlich und hilfreich ist der Info-Teil am Ende. Wer, wie ich, mit einer solchen Frachtschiffreise liebäugelt, findet hier die besten Empfehlungen. Ich hoffe, Herr Ellerbrock macht bald noch mehr solche Reisen und schreibt wieder darüber. In der Zwischenzeit hoffe ich, selbst mal auf einem Frachter mitfahren zu können. |
|
||
Letzte Woche in Istanbul
Irene Kroll
AMUMOT Elsass Reisebericht
Andre Bonsch
Ibiza 2009
Hans Krauß
Royale Spiele in der schottischen Provinz
Kristy Husz & Nico Schulte-Ebbert