Diese Erzählung beschreibt das Leben eines Gastarbeiterjungen, Anfang der 70 er Jahre in Deutschland.
Er schildert aus seinem Leben über diese Problematik ..Viele Gastarbeiter sind sich ihrer Zukunft nicht bewusst, wenn sie ihr Heimatland verlassen.
LESEPROBE
Auszug
1. Kapitel
Trennung und der erste Schmerz
Ein schöner, sonniger Sonntagmorgen im Sommer 1968 in einem Dorf in der Nähe von Ankara.Die strahlende Sonne schien durch das Fenster auf unsere zufriedenen Gesichter.
Ein sehr harmonisches Erwachen und ein wunderschöner Tag in den Armen von Hülya, meiner Oma, doch für mich mit drei Lebensjahren meiner Mutter.
Wie jeden Morgen stieg sie sehr früh aus dem Bett, um das Frühstück vorzubereiten. Draußen tobten die Schulkinder und der aufgewirbelte Staub der engen Gassen zog an unserem Fenster vorbei.
Oma brachte mir einen Joghurt, Brot mit Zucker und Milch und schaute mich wieder mit sehr liebevollen Augen lächelnd an, doch innerlich war sie oft sehr traurig, denn sie wusste, dass alles Schöne nicht lange währt und sie mit 72 Jahren nicht mehr viel vom Leben zu erwarten hatte.
Manchmal bemerkte ich, wie sie heimlich in der Besenkammer weinte, doch zeigte sie sich mir gegenüber immer wohlauf und gutgelaunt.
Gegen Abend saßen wir auf dem Fußboden auf einer Matte, ein kleines Transistorradio lief und sie hielt mich wieder fest in ihren Armen, bis ich eingeschlafen war.
So vergingen Tage, Monate und ein Jahr, bis wieder ein sonniger Sonntagmorgen im Jahre 1969 anbrach.
Doch dieses Mal sah ich einen anderen Ausdruck in ihrem liebevollen Gesicht; so sehr sie sich auch bemühte, dies zu verbergen, wusste ich, wie traurig sie an diesem Tage doch war.
Ganz fest drückte sie mich in ihre Arme, während ihre Tränen langsam auf meine Schulter klopften.
Leise flüsterte sie mir etwas ins Ohr und pustete mir drei Mal ins Gesicht. Ich presste meine Lippen in ihre eingefallen Wangen und küsste sie zärtlich.
Dieses Gefühl und diese intensive Liebe spüre ich heute noch, obwohl seit dieser Zeit 43 Jahre vergangen sind.
Nach dem Frühstück gingen wir gemeinsam vor die Haustür. Mit einem alten Besen in der Hand kehrte sie die Straße, während ich die kleinen Kätzchen auf der Straße beobachte.
Sie war sehr fleißig und ordentlich und an diesem Tag erwartete sie Besuch aus Deutschland.
Plötzlich hörten wir ein lautes Hupen und ein vollbeladener Kleinbus mit fremdem Kennzeichen fuhr in die enge Gasse ein und hielt unmittelbar vor unserer Haustür.
„Sie sind da“ flüsterte Hülya, stellte den Besen beiseite und nahm mich traurig in ihre Arme.
„Du musst jetzt ganz tapfer sein, Atilla“, sagte sie mit tränenden Augen, während mittlerweile zwei Erwachsene und vier Kinder vor uns standen.
Mein Vater Osman, damals 34 Jahre alt, Mutter Ayten (33), mein Bruder Murat (12) und meine drei Schwestern Leyla (14), Emine (10) und Ayse (7).
Lautstark riefen sie meinen Namen und kamen neugierig auf mich zu.
„Hier sind wir endlich, Mutter“, sagte Vater und kniff mir mit seinen großen Fingern in die Wangen. „Der Junge ist aber schnell gewachsen.“
Er packte mich kräftig aus Omas Armen und reichte mich gleich weiter zu Ayten, meiner Mutter.
Auszug des nächsten Kapitels:
Ich rannte sofort die Kellertreppe herab und hatte ein sehr ungutes Gefühl dabei. Was spielte sich da unten nur ab!
Mein Herz pochte immer lauter und als ich dann unten stand, konnte ich meinen eigenen Augen nicht trauen. Mir blieb plötzlich die Luft zum Atmen weg.
Es war so grässlich und abscheulich, dass ich sofort einen Schock hatte. Leyla, meine liebe Schwester, gefesselt an einen Stuhl, kahlgeschoren, ihr Gesicht von Schlägen gekennzeichnet, die Augen blutunterlaufen, ihr Mund mit einem Lappen zugestopft und einem Klebeband zugeklebt und nebenan Vater mit einem Ledergürtel in der Hand.
Wie angewurzelt stand ich da und brachte keinen Ton heraus.
„Was machst Du hier unten“, brüllte Vater dämonisch.
„Mach, dass Du nach oben kommst!“.
Auf einem abgeschlagenen Baumstumpf steckte ..
| Leserbewertungen (1 Eintrag) |
| Prinz der Münzen 4. Feb. 2012 |
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von Barbara Rettel
Kaum stoppen konnte ich beim Lesen dieser mehr als interessanten Biografie. Das Buch enthält mehr als erwartet: eine Geschichte über Haß, Tod und Mord und immer wieder Liebe. Dazu Unglaubliches, Magie, übersinnliche Fähigkeiten. Alles erzählt ohne Ausschweifungen oder unnötigen Ausschmückungen in wenig mehr als 100 Seiten, also relativ schnell gelesen. Aber diese Story werde ich in meinem Leben nie mehr vergessen und weitergrübeln, wie ist das alles möglich in einem einzigen Leben? Weiter staunen, gibt es das wirklich, diese übersinnlichen Fähigkeiten und Erscheinungen? Das ist Gänsehaut pur. Und ich frage mich, gibt es eine Fortsetzung? Manches werde ich nie erfahren.
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